Abkühlung gefällig? Diese Meditation verschafft sie Dir
yogamaya_meditation_abkuehlung

Abkühlung gefällig? Diese Meditation verschafft sie Dir

Der Sonne glüht mal wieder vom Himmel… in unserer Dachgeschosswohnung hat es gerade bis zu 34°. Und das im Schlafzimmer… Damit man da mal etwas Abkühlung bekommt, gibt es einige Methoden. Einige davon hab ich Dir ja schon in meinem letzten Blogbeitrag beschrieben.

Was mir in den vergangenen Wochen aber auch geholfen hat, war ein Buch. In der Stadt, in der ich wohne, gibt es sogenannte Bücherschränke. Da kann man sich einfach ein Buch zum Lesen holen oder auch eigene Bücher hineinstellen. So kann jeder sich sozusagen Lesestoff umsonst besorgen. Eines der tollen Konzepte in der neuen Shared Economy. Und ich muss zugeben, dass ich mir selbst nur noch Bücher kaufe, wenn sie mit meinen Jobs oder persönlicher Weiterentwicklung zu tun haben. Da ich aber auch gerne Krimis lese, die man ja eigentlich nach einmaligem lesen nicht mehr in die Hand nimmt, hab ich mich irgendwann entschieden, diese einfach in Bibliotheken oder Bücherschränken zu besorgen.

Zurück zum Thema: in den vergangenen Wochen hatte ich mir ein Familiendrama aus einem Bücherschrank geholt, der eigentlich im Winter spielt. Mit einem schönen zugefrorenen See, Unmengen von Schnee und viel Dunkelheit. Mag sich im Sommer erst einmal komisch anhören. Wozu es aber geführt hat, war genau das, was ich gebraucht habe: Abkühlung!

Wieso? Dein Gehirn unterscheidet nicht zwischen Realität und Visualisierung. Wenn Du Dir also beispielsweise Ziele vornimmst und diese in allen Kleinigkeiten visualisierst, glaubt dein Gehirn, dass dies echt wäre. Dasselbe passiert ja eigentlich beim Lesen eines Buches. Beim Lesen entspinnt dein Kopfkino und dein Gehirn glaubt, es sei echt.

Mir ist das mal in einem Sommerurlaub vor ein paar Jahren passiert. Ich war so in meine Krimiwelt eingetaucht, dass ich wirklich Probleme hatte, mich nach einem Dreiteiler wieder in der Realität einzufinden. Anscheinend war mein Kopfkino beim Lesen so gut, dass ich danach Schwierigkeiten hatte mich wieder in meiner eigenen Realität einzufinden. Dafür habe ich dann echt ein, zwei Tage und viel Bewegung statt Sonnenliege gebraucht.

Als ich also beim Lesen dieses Winterromans war, kam mir der Gedanke, dass ich dies auch in einer Meditation wiederverwerten könnte. Und so entstand die Idee für die folgende Meditation zur Abkühlung.

Die Meditation zur Abkühlung

Setze Dich entweder bequem in den Schneidersitz oder lege Dich in die Rückenentspannungslage.

Wenn Du sitzen solltest, achte darauf, dass Du die nächsten Minuten ganz entspannt aufrecht sitzen kannst. Setze Dich gerne etwas erhöht auf ein Kissen. Im Yoga sagt man immer, man sollte etwas vom Kissen nach vorne runterrutschen. So sorgst Du dafür, dass dich dein Becken aufrichten kann. Ziehe noch einmal die Schultern zu den Ohren und lasse sie ganz bewusst nach hinten unten fließen. Wiederhole dies dreimal. Einatmen, Schultern zu den Ohren ziehen, ausatmen, Schultern nach hinten unten abfließen lassen.

Lege deine Hände entspannt auf den Oberschenkeln ab. Daumen und Zeigefinger berühren sich. Die Lippen liegen entspannt aufeinander, Kiefer entspannt. Die Augen sind geschlossen.

Solltest Du Liegen, kannst Du dich in die Rückenentspannungslage begeben mit ausgestreckten Beinen. Wenn es allerdings zu sehr kleben sollte aufgrund der Sommerhitze, kannst Du auch gerne die Füße aufstellen. Setze sie mattenbreit auseinander und lasse die Knie gerne zueinander fallen. Damit kann sich dein unterer Rücken gut entspannen.

Nimm dann die Arme mindestens 45° vom Körper weg, so dass deine Achseln gut Luft bekommen können. Die Hände entspannt, die Finger ganz natürlich eingerollt.

Ziehe dein Kinn noch einmal zu deinem Brustbein und löse es ausatmend. Dein Nacken sollte jetzt ganz entspannt in Verlängerung deiner Wirbelsäule liegen. Kiefer entspannt, Lippen entspannt aufeinander liegend. Augen entspannt geschlossen.

Nimm ein paar Atemzüge in Sitali. Rolle dazu deine Zunge und strecke sie ganz leicht heraus. Einatmen über die gerollte Zunge. Mund schließen. Ausatmen über die Nase. Mache dies einige Atemzüge lang. Wenn Du nochmal nachlesen möchtest, wie Sitali geht, dann tue dies gerne hier.

Schließe dann entspannt deinen Mund wieder und starte mit deiner Reise zur Abkühlung.

Stelle Dir vor, Du stehst an einem Fenster in deinem Haus am See. Du blickst nach draußen und kannst eine große weiße Schneedecke sehen. Schneeflocken fallen langsam hinab und bewegen sich hin und her ehe sie zu Boden fallen. Die Ränder des Sees sind zugefroren. Nur ganz in der Mitte kannst Du noch erkennen, dass sich Wasser zeigt. Dir fröstelt es etwas bei dem Gedanken, dass Du gleich nach draußen gehen wirst.

Stelle Dir vor, wie Du dir eine Jacke nimmst und sie dir leicht um deine Schultern legst. Wenn Du eine Mütze siehst, ziehe sie Dir gerne auf. Wenn Du Handschuhe findest, ziehe sie über. Und packe auch noch deine Füße schön ein. Nimm Dir die Winterstiefel und ziehe sie Dir langsam an.

Langsam öffnest Du die Tür nach draußen. Sofort spürst Du den kalten Windzug, der durch die Tür in das Haus zieht. Bleib stehen und nimm einen tiefen Atemzug. Nimm wahr, wie sich die Luft anfühlt. Ist sie klar? Leicht, schwer? Eisig? Oder doch mild?

Nimm einen Schritt heraus aus deinem Haus und schließe die Türe hinter Dir. Spüre wie die Kühle, die Kälte dich umschließt. Spüre wie sie ganz langsam unter deine Jacke dringt. Sich ganz langsam über deine Beine zu deinen Füßen ausbreitet. Sich langsam von deinen Beinen über deinen Oberkörper, deine Arme, deinen Nacken, dein Gesicht und deine Kopfhaut ausbreitet. Spüre wie sich auf deinem Körper eine Gänsehaut ausbreitet. Alle Häarchen deines Körpers stellen sich auf. Nur für ein, zwei Augenblicke.

Stelle Dir vor, wie Du dich noch etwas fester in deine Jacke kuschelst und tief ausatmest. Nimm noch einmal ganz bewußt ein, zwei Atemzüge der kühlen, erfrischenden Luft.

Setze Dich langsam in Bewegung. Spüre wie sich der Windzug verstärkt und Dir für einen Moment noch kälter wird. So kalt, dass Du beginnst schneller zu laufen. Stelle Dir vor, wie Du mit jedem Schritt zum See läufst.

Nimm war, wie bei jedem Schritt der Schnee unter deinen Füßen knackt. Wie er weich nachgibt und einsinkt. Wie die Kühle deinen gesamten Körper umgibt.

Du bist am See. Stelle dir vor, wie Du dich langsam in die Hocke kommst. Wenn Du Handschuhe anhast, dann ziehe diese jetzt langsam aus. Packe sie in deine Jackentasche. Berühre dann langsam mit den Finger das Eis. Spürst Du, wie die Kälte sich über deine Fingerspitzen zieht? Wie sie sich ausbreitet in deine Hände und deine Arme?

Nimm die Hände schnell zurück und reibe sie aneinander. Und dann berühre die Eisdecke des Sees noch einmal. Lasse langsam die gesamten Handflächen auf die Eisdecke sinken. Nimm die Kälte wahr und lasse sie langsam wandern. Über deine Hände zu den Armen, Oberkörper, Rücken. Hinunter über die Beine bis hinab zu deinen Füßen. Hinauf über dein Gesicht und deine gesamte Kopfhaut. Saug die Kühle und Frische förmlich in dich auf und schicke sie überall dort hin, wo Du sie jetzt benötigst.

Nimm hier ein paar Atemzüge und genieße das Gefühl von Frische. Vielleicht läuft Dir sogar ein kleiner Schauer über den Rücken.

Löse dann langsam die Hände von der Eisdecke. Streife Dir langsam wieder deine Handschuhe über. Spüre wie deine Handschuhe langsam etwas Wärme schenken, aber deine Finger und Hände, dein gesamter Körper noch ganz kalt sind.

Komme langsam zum Stehen. Laufe nun ganz langsam zurück zum Haus. Nimm mit jedem Schritt einen tiefen Atemzug. Atme mit jedem Schritt Kühle und Frische ein. Spüre bei jedem Schritt, wie sich der kühle Windhauch um deinen Körper legt.

Kehre zurück zum Haus. Wenn Du magst, verweile noch ein wenig vor der Haustür. Genieße noch ein wenig diese wunderbare Winterlandschaft, die wunderschöne Schneedecke, das Fliegen der Schneeflocken, den Windhauch auf deinem Gesicht.

Wenn Du soweit bist, öffne langsam die Tür zum Haus. Streife Dir deine Stiefel, Handschuhe, Jacke, Mütze ab.

Beginne dann langsam wieder den Atem zu vertiefen. Mit der nächsten Einatmung wecke den Körper langsam wieder auf. Beginne mit kleinen Bewegungen. Fußzehen, Fingerspitzen. Lasse dann die Bewegung langsam größer werden und tue jetzt dies, wonach Dir ist. Egal, ob Du dich jetzt klein machen möchtest oder ganz lang, recken und strecken möchtest. Schau’, was Dir jetzt gut tut.

Und? Kleine Abkühlung erhalten? Bei mir funktioniert diese Meditation super! Lasse mich gerne wissen, wie es bei Dir war! Ich freue mich, von Dir zu lesen!

Du hast ein Thema über das ich mal schreiben sollte? Dann schreibe mir gerne über [email protected]

Ich freue mich!

Karoline

Seit 15 Jahren selbst praktizierende, ausgebildete Yogalehrerin mit einem Hang zur Nachhaltigkeit.

Schreibe einen Kommentar